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Aufsätze

12
Feb
2008

Shoppen im "Lusch" oder "Lasch"

Also heute ein Schulaufsatz. Thema war: "Shopping. Segen oder Plasche unserer Zeit? Erörtern Sie bitte nicht theoretisch, sondern schöpfen Sie aus eigener Anschauung". Ach die Lehrer heutzutage... der Aufsatz ging dann etwa so:

Meinereiner hasst ja Einkaufen. (Bücher und Platten zählen da nicht. Die werden nicht gekauft, Ihnen wird gehuldigt). Beim neudeutschen Shoppen konnte ich mich noch nie entspannen. - - - Oh Gott, ja: "Schoppen" nannten die pubertären Jungs in den 70er Jahren die weiblichen Brüste. Wie sagt die Jugend heute dazu? Hüllen wir uns in Schweigen. Letzten Donnerstag war ich mit E. shoppen und zwar im "Lusch" oder "Lasch" in Bern. Der "Lusch" oder "Lasch" bietet nämlich eine sauteure Nachrasurcrème an, ohne die und meine Haut ich nicht mehr sein können. Das hat man davon, wenn Schwager Geburtstagsgeschenke machen. Ich also runter in den "Lusch" oder "Lasch" - was trendy ist in Bern haust in den Kellern - und die Rasurdings mit dem dummen Namen "Der bewegte Mann" verlangt. "Geben Sie mir bitte die Nummer 206 mit dem zu dummen Namen", sagte ich betont schroff, wohl wissend, dass das "Dusch"- oder "Dasch"-Personal auf aktiven Verkauf aus ist. "Sonst brauche ich nix" doppelte ich nach. "Wissen Sie, dass viele Kunden es auch ins Haar streichen?" flötete die junge Frau an der Kasse. "Wär mir zu teuer." - "Kennen Sie Karma, schnüffeln Sie mal?" - "Als was wird man denn wiedergeboren, wenn man das appliziert?" frug ich. "Als Hautcréme", sagte nicht die "Cusch" oder "Casch"-Angestellte, sondern mein guter Freund und Agnostik-Lehrer E., der mich ja beim Shoppen begleitete. Doch auch er biss auf Granit. "Karma gibt's auch als Badezusatz... Badezusatz..." hallte es uns durch die ignoranten Berner Gassen hinterher... Und einen Ort, wo man gratis und ohne öffentliches Ärgernis zu erregen pissen kann, gibt's auch nicht in der Hauptstadt.

Bitte erraten Sie meine Note!

Die Turmglocke ruft den Tütenfalter zur Arbeit.

lieber epper als niemert

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