Der Vorkoster*
Kurz und gut: Un dégoût partout. Und in arger Not, der König. Die Feinde an der Brust genährt. Louis toujours, ja Ludwig sprach: Neue Schläuche, alte Weine, kaum noch Reime, am Ranzen kann’s mir hängen. Gifte? Mischer? – – – Heute woll’n wir fressen Schweinebacken, der Stiere Nacken! Oh, König, lade zum Gelage auch Mätressen ein! Es sei. Und es sei zudem des Hofnarrs Ehr und Pflicht heut’ zu kosten Wein. Erspüren Gülle, erahnen Gift. Das Weib in seiner Fülle ihm und auch IHM bleibt aussen vor. Nun, syphilistisch siecht der Monarch schon lang. Viel Freud bleibt doch wohl. - - - Sauer ist’s, sagt der Zwerg. Ein Italer ach. Ein Franzos, acht neun. Welch übles Jahr. Den Wein, den lasse. Spaniens Reben, blasse, nasse. Rheinweine: alles Schund. So ging die Zeit. Ging Stund um Stund. Schön gähnt das Mätressenheer. Doch endlich still schlaft der Zwerg. Brav der Narr, der König flüstern tat. Dann der König sprach würdevoll und schenkte gold’nen Veltliner ein. Was trübt mich Gift, wenn’s doch süss und herb, sagt laut Kön’ Ludwig den Nekrolog auf den armen Zwerg. Und trinkt Austrias Sonnenschein, ein Glas, zwei, drei Glas Wein. Grossen Wein. Es starb Louis der Xte mit Verzücken auf der Lippe. Und es schimmerten im Abendhauch die Roben; die Tränen, Backen, Lippen der vollen Damen auch.
*Geschrieben für einen Wettbewerb des Landes Burgenland mit dem Motto «Wein und Gedicht». In den Beiträgen seien die Qualitäten österreichischen Weines zu würdigen. Da das Gedicht nicht eingesandt wurde, seien die Strophen zu tilgen, war des Autors letztes Wort.




