23
Sep
2004

Pacman & Co

Ein Kleiner Exkurs in die Geschichte
Immer perfekter, immer realistischer werden die Computergames. Blutig waren sie schon immer, nur spritzt es jetzt schöner. Doch wie hat das alles begonnen? Nicht nur NostalgikerInnen (wie der Schreibende) beginnen sich mit der Geschichte dieser Kulturform zu beschäftigen. Und das beste daran ist: all das ist nicht nur graue Theorie. Heute können wir all die alten Spiele auf einem PC oder MAC orignalgetreu nachspielen.

1971 verliess mit Pong das erste Videogame den engen Umkreis des US-Militärs. Dessen Ingenieure hatten sich seit Ende der Fünfziger Jahre die Zeit mit Space War und anderen Kriegssimulationen vertrieben. Pong bestand aus einem Lichtpunkt und zwei Strichen, die von den SpielerInnen gelenkt wurden. Diese überaus abstrakte Form eines Tennisspieles nahm vielen die Hemmnis vor der Höllenmaschine Computer. Die Schlichtheit von Pong war ein Fake, gaukelte eine Technik vor, die noch in den Kinderschuhen steckte und damit beherrschbar war. Der Erfolg gab Nolan Bushnell und seiner Firma Atari recht. Space Invaders brachte dann fünf Jahre später den Weltraum in die Spielhallen, endlose Wellen von Aliens, böse, dumm, und am Ende immer siegend. Donkey Kong, das erste Jump-and-Run-Spiel machte nicht zuletzt den Klempner Mario weltberühmt. Als Heranwachsende lümmelten wir mit Migros-Schoko-Drink, Buttermilch und den ersten Zigaretten bewaffnet im Spielsalon herum, luchsten den Arcade-Automaten Freispiele mit einem Elekto-Feuerzeug ab, spielten Ms. Pacman bis zum Umfallen. Pacmans Labyrinth war unsere Welt, fünfeinhalb Jahre eingesperrt in der Kantonsschule, von Geistern gejagt, um dann, nachdem die Kraftpille gemampft war, gnadenlos zurückzuschlagen. Die ersten Heim-Videospiele brachten nicht den selben Kick, auch wenn ich auch heute noch die Atari VCS 2600-Version von Space Invaders unschlagbar finde... Natürlich war uns auch damals bewusst, wie sexistisch und gewalttätig diese Männerwelt der Videospiele war. Frauen kamen nur als zu-rettende Prinzessinnen vor. Ausnahmen wie Ms Pacman, die Käferin Lady Bug sowie die Gianna Sisters auf dem Commodore 64 bestätigen die Regel, konnten sie sich doch nur durchsetzten, weil sie noch tougher als die guys waren, Maggie Thatcher lässt grüssen.
Früher hat man vielleicht noch zusammen gewichst, seit dem Siegeszug des Videogames, bediente man abwechselnd den Joystick, und doch waren unsere Lehrers auch so nicht froh. Dabei ist bis heute umstritten, ob man mit den Spielen Gewalt auf- oder abbaut, und Kinder und Jugendliche spielen ja nicht darum so viel am Bildschirm, weil sie es das Allergeilste finden, sondern weil ihre Welt immer mehr zubetoniert und von den Autos beherrscht wird. Schluss mit dem pädagogischen Teil.

Wer jetzt Lust auf eine Fahrt in die Vergangenheit hat, besorgt sich im internet einen sogenannten Emulator (eine Software, welche die alten Arcade-Automaten simuliert). Mame etwa läuft auf meinem i-Mac ziemlich absturzfrei. Wie man die ROM's (d.h. die Spiele) die man "einen Tag legal testen kann" runterladen kann, muss jeder selber herausfinden. Die Hersteller, obwohl ihre Firmen zum Teil seit Jahren erloschen sind, haben die Rechte noch immer nicht freigegeben.

Geschwister Tanner

Vielleicht interessiert es ja jemanden, was ich einst vor Jahren über Robert Walsers ersten Roman geschrieben habe. Weil das File eher lang ist und Fussnoten hat, ist es im rtf-Format gespeichert.
seminararbeit zu robert walsers geschwister tanner (rtf, 147 KB)

Klassentreffen

21. August 2004. Aufgewacht eines Sonntags früh im einzigen Nachtclub meines Heimatdorfes. Schwere Knochen. Nur noch Karl Philipp Moritz’ «Andreas Hartknopf» in der Tasche. Ich kritzle auf den Schmutztitel diese kurzen Zeilen.

So schnell !
Wo doch einst
Wie die Blüte
Aufsteigt
Es sich der Sonne so
Entgegen
Sehnt
Es war
: ein kurzer Sommertag
Und dann
: eine Sommernacht
Des Morgens
: ein stilles Kichern noch
Trunken und vergessen
: Was da kommen wird

Jenen Tag, diese Nacht
: Hatten wohl alle hier
Gehabt und so
Gewünscht
Nun
: Die Augen tief
In all den Höhlen

Wir blinzeln nur
Als ob ein Schalk erwacht
Und schläft
Nach der dritten Flasche Wein
Und der Gevatter
Prüft, ob die Zeit schon reif
Ob der Sommer lang genug
Ob die Augen schwer
Die Glieder müd und
Eine Sünde mehr
Wer weiss.
Nur unser alte Lehrer strahlt’ wie ehedem
: So jung und immer noch ein Meister seines Fachs
Er lehrt’ mich der Blumen Nam’ und dies’ Gedicht.
Und
: Ich mach’s.
Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Lenin und Mainzelmännchen vor Heinrich Manns Essaysammlung "Geist und Tat.

lieber epper als niemert

... aber immer dialektisch !

Schliessen wir die Ohren vor dem Lärm der Welt - mit einem Augenzwinkern? Fragt man besser mit Lenin "was tun?" Liest du gar "Geist und Tat" von Heinrich Mann? Sönd all willkomm bei "Lieber Epper als niemert"!

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