19
Okt
2012

Wettbewerb: Geräusche schreiben

Wieder mal ein Wettbewerb der interessanteren Art... Anagramme ahoi ???
Wettbewerb

6
Mai
2011

Gebrochen fröhlich

Text zum 70. Geburtstag Bob Dylans, erschienen in der «Musikzeitung Loop», Zürich Mai 2011

covershot

Als meine Mutter im Sterben lag, fuhr ich jeden dritten Tag oder so am Morgen stundenlang Zug Richtung Osten und am Abend denselben Weg wieder zurück. Auf der Intensivstation des Spitals nahm ich jedes Mal stumm Abschied. Nur eine Frage der Zeit, bis die Nacht hereinbricht. Und nie wusste ich, ob sie noch verstehen konnte, was ich sagte… Ich hörte damals viel Radio auf meinen Wegen. Dylans “Theme Time Radio Hour” schien mir der richtige Trost: Nicht Ablenkung, sondern Tiefe. Dylan spielte seine meist obskuren Schallplatten und erzählte kurze Geschichten über die Bibel, das Rauchen, Schuhe, Amerika, das Zugfahren – das Trinken. Am liebsten ist mir auch jetzt noch die Show über das Trinken (u. a. mit herzergreifenden Liedern von Charles Aznavour und Mary Gauthier). Mama wüsste wieso. Inmitten der Lieder eine mit allen Wassern und Wässerchen gewaschene Stimme, ebenso fröhlich wie gebrochen, ebenso alt wie jung, die nur zu mir zu sprechen schien. Eine Anmassung, die ich mir gerne und unter Tränen erlaubte.
Aus “Chronicles” und Martin Scorseses Film “No Direction Home” wissen wir, wie wichtig das Radio für den jungen Bob Dylan gewesen ist, der die Musik, die er hörte, wie ein Schwamm aufgesogen hat. Natürlich hat es eine höchst ironische Note, dass uns Dylan mit seinen durchchoreographierten Radioshows eine vergangene Welt und Produktionstechnik vorgaukelt. Doch die Trauer über den Verlust einer wohl auch nur vorgestellten Ursprünglichkeit und Authentizität ist ein steter, leiser Unterton. War es aber mit seinen eigenen Songs je anders, die er 2001 in einem wunderbaren Spätwerk ganz offiziell unter das Motto “Love And Theft”, Liebe und Diebstahl, gestellt hat? Dylan ist ein Künstler, der durch keine kritische Analyse entzaubert werden kann, weil sein Werk von Anfang an als Synthese gedacht war. Ausser wir fragen den Mann auf der Strasse, welcher anstelle einer Antwort die Lippen hochziehen und näselnd “The answer my friend is blowing in the wind” singen wird. Honni soit qui mal y pense.
Allen noch nicht hartgesottenen Dylanhörern empfehle ich meine momentane Lieblingsplatte, die “Tell Ol' Bill Sessions” (Bootleg, 2005), auf der die Genese eines Songs – und was für ein Song! – wunderbar mitverfolgt werden kann und bei deren Hören ich mir immer wünsche, nicht nur schreiben, sondern auch spielen zu können.

Felix Epper, April 2011
Homepage Musikzeitung Loop

13
Jan
2011

LITERA10 LIEST

Donnerstag, 24. März 2011
20.00 Uhr
Kulturfabrik Kofmehl Solothurn

Lesung mit Musik

Litera10 – wehe, wenn sie losgeschrieben


Mit Silvano Cerutti, Jan Schneider, Guido Poliwoda, Felix Epper

http://www.felu.ch/bote_agenda.html

18
Nov
2010

Epper liest (mit Samuel Sypcher)

Vorankündigung: Mittwoch, 8. Dezember, 19.30: Lesung im Museum Blumenstein Solothurn mit Samuel Spycher (werkjahrespreis des Kantons solothurn 2010) und Felix Epper (dito 2004). Eine Veranstaltung der Töpfergesellschaft Solothurn.
http://www.toepfergesellschaft.ch/vortragakt.html
Anreise

14
Nov
2010

Filme von früher, heute gesehen. Teil 1

Es kommt vor im harten Alter von 43, dass man wieder mal einen Samstagabend alleine verbringt, Tee trinkt (Biodynamischer First Flush), in der Küche raucht, das ZEIT-Magazin liest, die Wochenendbeilage der NZZ (nicht vergessen: Erri de Lucca wieder hervorkramen!) und, weil die Nacht so früh einfällt im November, man schon um acht Lust hat auf einen «Spätfilm» im Pantoffelkino. Nun hatte ich unlängst nicht wenig Freude an meiner Premiere mit Bridget Jones, tipptopp serviert vom Schweizer Fernsehen SF2 im Originalton. (Sagt nicht, ich hätte mich dort unter meinem Niveau amüsiert...) Item: Mein Fernseher scheint sich an meine Gewohnheiten zu erinnern und so krachte ich direkt in den Audiokanal 2 von «Forrest Gump». Oscarbeladen und von mir bis dato ignoriert auch der Film. Mal sehen. Give it a try. Ich sah viel zu lang. Es kam schlimm. Erstens: Statt mit guten alten «Four-Letter-Words» drangsalierte man mich mit teutonischer Fäkalsprache. Besonders absurd in der Woodstock-Episode: «Gebt mir ein S… Gebt mir ein C…» Gott, nein! Umschalten ging nicht bzw. nur bedingt. Brav erklärte die Stimme aus dem Off, was sich auf der Szene abspielt. Dieses Deutsch für Sehbehinderte ist ein immerhin leicht verstörendes Element in einem Film, der wohl auch auf Amerikanisch grottenschlecht sein muss. Also zweitens: Woddy Allen hat es mit «Zelig» geschafft, einen Mann durch die unwahrscheinlichsten Zeitläufte zu jagen. Zemeckis scheitert mit einem ähnlichen Konzept auf der ganzen Linie. Und ich habe nach einer Stunde noch ein Buch auf dem Nachttisch gefunden und der Qual ein Ende bereitet. Meinungen dazu? Erklärungen. Widerreden?

11
Okt
2010

Kulturblog von Hansruedi Hitz

Ich hoffe, der neue Blog meines Büronachbars Hansruedi stachelt auch meine Schreibtätigkeit etwas an! Ich freue mich auf jeden Fall, von dir zu lesen!

Kulturflaneur

2
Mrz
2009

Zur letzten Latern'

Letzte_latere
Die famose Lesung in der «Letzten Latern'» der Herren Keller und Epper (Güllen, 1995).

Slam it! ¬ It’s fuckin’ poetry, isn’t it? ¬ it’s prostitution! ¬ it’s a rip off! ¬ it’s all about fiction & reality!

(Geschrieben: zirka 1996, Fotos: analog, Mineralwasser: billig (3.40), Seele: verschupft)

Alles Gute kommt aus Sock’s Land – den U.S.A. Nach dem Apostroph, den jedes ‹s› am Wortende magisch anzieht, nach Jochen’s Grill also und den Urlaub’s Foto’s, entwickelt von der Migros’ – ich möchte bei der Foto-Qualitätskontrolle der Migros’ arbeiten, dann kann ich alles an Foto’s mitnehmen, was mir gefällt – gibt’s nun auch hier Slam! Poetry! Beat! Pop!-Literature. Nimm’ einen Tisch, setzt dich hin, oder noch besser, stell’ dich hin, wie ein besoffener Prediger – und lies, bis die versammelten Trinker’s ihre mentalen Camera’s auf dich gerichtet haben – ein Dutzend Schnappschüsse – das Publikum muss gieren – Szenenapplaus, Unmutsäusserungen. So geht das ab mit dem Slam! Sagt man – leider ist alles ganz anders – und viel schlimmer.

Das ist das Ende der Einleitung und die Kneipe heisst ‹Zur letzten Latern’›, steht nicht in ’merika, sondern in Güllen, und Kurt, der Wirt, mag meine Texte, Ich merke bald: Er mag auch mich, hat er doch im Buch kleine Striche gemacht, wie im Knast, für jedes «ficken» einen roten Strich, für jeden «Schwanz» einen blauen. Kurts Farbenlehre ist noch nicht ganz ausgereift, doch oft liegt er richtig: Immer wenn da «Pisse» oder «pissen» steht, leuchtet’s gelb, das «Sperma» ist schneeweiss, und Kurt findet’s also ganz toll, mit mir diese Lesung ab¬zuhalten. Ich darf mit ihm in den Abstellraum den Tisch holen – der Tisch ist wichtig, da wird sich alles abspielen, am Tisch wird gelesen –, der Raum ist gleich neben der Toilette, und Kurt guckt mir jetzt, schon wieder, als ich dies hier schreibe, mit seinem blauen, roten? nein, ein rot-blauer Fieberkurvenstift ist’s, über die Schulter, aber er weiss doch, dass ich ihn enttäuscht habe. Wir sprechen eine halbe Stunde über den Unterschied von Literatur und Leben. Und ich denke nach jedem zweiten Satz: It’s no good, wenn der Wirt besoffener als all’ seine Gäste zusammen ist. Und er sagt «Dass du dich so zierst, bei den Texten, die du schreibst...? » – Er hat seinen schnellen Fick nicht gekriegt, wird Erich am Ende zu mir sagen, kein Wunder, dass es so rausgekommen ist. Ausser den üblichen Spuntengästen ist niemand gekommen, die paar Leute, die wir mitgebracht haben, mal ausgenommen. Erich und ich lesen dann lauter Texte über Ausbeutung, sexuelle Gewalt und alte Nazis. Ohne Pause, eine Stunde lang, untermalt von den auf- und abwogenden Kneipengeräuschen. Vor uns, direkt vor uns, wie ein Fels im Lärmmeer, Kurt, einsamer Zuhörer und Rufer. Zu Beginn, als in einer Geschichte zwei Jungen im hohen Gras verschwinden, noch ein letztes Mal mit glänzenden Augen, dann dumpfer und dumpfer werdend, bis auch er in die Trinkergemeinschaft zurückfliesst. Wäre dies hier ein Saloon im Wilden Westen, würde jetzt gut und gerne eine Schlägerei losgehen. Wir haben den strategisch günstigen Platz neben der Tür, warten und gehen – langsam – vergessen – so glauben wir. Als wir endlich aufstehen, kommt schüchtern der Kellner – er ist ein netter Kerl, Underdog, er kann ja nichts dafür – und will noch 6 Franken 80 für die zwei Mineralwasser. Poetry – that’s what it’s worth.

Abgedruckt in: «Schnell gehen auf Schnee», Stadtgeschichten. Rotpunktverlag 1998

3
Feb
2009

Keep a Clean Nose

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Dylan überlässt Pepsi sein «Forever Young» für einen Werbespot und lässt damit endlich seine und John Lennons Coke-Vergangenheit hinter sich (Beachten Sie Johns Nase an der Coca-Cola-Flasche). Aufgearbeitet hat Dylan sein Leben im neuen Konzeptalbum «Keep a Clean Nose»* – es soll laut «Columbia Records» endlich wieder mal punkmässig krachen.

*«Keep a Clean Nose» ist ein Zitat aus «Subterrenean Homesick Blues»
Night of the living dead

lieber epper als niemert

Betrachtungen. Manchmal Urteile.

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Kafkas Reisetagebuch, Paris, 11. September 1911. «Auf...
noemix - 4. Nov, 11:44
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Lieber nicht leben wie der Panther. Diese pathetische...
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