18
Nov
2010

Epper liest (mit Samuel Sypcher)

Vorankündigung: Mittwoch, 8. Dezember, 19.30: Lesung im Museum Blumenstein Solothurn mit Samuel Spycher (werkjahrespreis des Kantons solothurn 2010) und Felix Epper (dito 2004). Eine Veranstaltung der Töpfergesellschaft Solothurn.
http://www.toepfergesellschaft.ch/vortragakt.html
Anreise

14
Nov
2010

Filme von früher, heute gesehen. Teil 1

Es kommt vor im harten Alter von 43, dass man wieder mal einen Samstagabend alleine verbringt, Tee trinkt (Biodynamischer First Flush), in der Küche raucht, das ZEIT-Magazin liest, die Wochenendbeilage der NZZ (nicht vergessen: Erri de Lucca wieder hervorkramen!) und, weil die Nacht so früh einfällt im November, man schon um acht Lust hat auf einen «Spätfilm» im Pantoffelkino. Nun hatte ich unlängst nicht wenig Freude an meiner Premiere mit Bridget Jones, tipptopp serviert vom Schweizer Fernsehen SF2 im Originalton. (Sagt nicht, ich hätte mich dort unter meinem Niveau amüsiert...) Item: Mein Fernseher scheint sich an meine Gewohnheiten zu erinnern und so krachte ich direkt in den Audiokanal 2 von «Forrest Gump». Oscarbeladen und von mir bis dato ignoriert auch der Film. Mal sehen. Give it a try. Ich sah viel zu lang. Es kam schlimm. Erstens: Statt mit guten alten «Four-Letter-Words» drangsalierte man mich mit teutonischer Fäkalsprache. Besonders absurd in der Woodstock-Episode: «Gebt mir ein S… Gebt mir ein C…» Gott, nein! Umschalten ging nicht bzw. nur bedingt. Brav erklärte die Stimme aus dem Off, was sich auf der Szene abspielt. Dieses Deutsch für Sehbehinderte ist ein immerhin leicht verstörendes Element in einem Film, der wohl auch auf Amerikanisch grottenschlecht sein muss. Also zweitens: Woddy Allen hat es mit «Zelig» geschafft, einen Mann durch die unwahrscheinlichsten Zeitläufte zu jagen. Zemeckis scheitert mit einem ähnlichen Konzept auf der ganzen Linie. Und ich habe nach einer Stunde noch ein Buch auf dem Nachttisch gefunden und der Qual ein Ende bereitet. Meinungen dazu? Erklärungen. Widerreden?

11
Okt
2010

Kulturblog von Hansruedi Hitz

Ich hoffe, der neue Blog meines Büronachbars Hansruedi stachelt auch meine Schreibtätigkeit etwas an! Ich freue mich auf jeden Fall, von dir zu lesen!

Kulturflaneur

2
Mrz
2009

Zur letzten Latern'

Letzte_latere
Die famose Lesung in der «Letzten Latern'» der Herren Keller und Epper (Güllen, 1995).

Slam it! ¬ It’s fuckin’ poetry, isn’t it? ¬ it’s prostitution! ¬ it’s a rip off! ¬ it’s all about fiction & reality!

(Geschrieben: zirka 1996, Fotos: analog, Mineralwasser: billig (3.40), Seele: verschupft)

Alles Gute kommt aus Sock’s Land – den U.S.A. Nach dem Apostroph, den jedes ‹s› am Wortende magisch anzieht, nach Jochen’s Grill also und den Urlaub’s Foto’s, entwickelt von der Migros’ – ich möchte bei der Foto-Qualitätskontrolle der Migros’ arbeiten, dann kann ich alles an Foto’s mitnehmen, was mir gefällt – gibt’s nun auch hier Slam! Poetry! Beat! Pop!-Literature. Nimm’ einen Tisch, setzt dich hin, oder noch besser, stell’ dich hin, wie ein besoffener Prediger – und lies, bis die versammelten Trinker’s ihre mentalen Camera’s auf dich gerichtet haben – ein Dutzend Schnappschüsse – das Publikum muss gieren – Szenenapplaus, Unmutsäusserungen. So geht das ab mit dem Slam! Sagt man – leider ist alles ganz anders – und viel schlimmer.

Das ist das Ende der Einleitung und die Kneipe heisst ‹Zur letzten Latern’›, steht nicht in ’merika, sondern in Güllen, und Kurt, der Wirt, mag meine Texte, Ich merke bald: Er mag auch mich, hat er doch im Buch kleine Striche gemacht, wie im Knast, für jedes «ficken» einen roten Strich, für jeden «Schwanz» einen blauen. Kurts Farbenlehre ist noch nicht ganz ausgereift, doch oft liegt er richtig: Immer wenn da «Pisse» oder «pissen» steht, leuchtet’s gelb, das «Sperma» ist schneeweiss, und Kurt findet’s also ganz toll, mit mir diese Lesung ab¬zuhalten. Ich darf mit ihm in den Abstellraum den Tisch holen – der Tisch ist wichtig, da wird sich alles abspielen, am Tisch wird gelesen –, der Raum ist gleich neben der Toilette, und Kurt guckt mir jetzt, schon wieder, als ich dies hier schreibe, mit seinem blauen, roten? nein, ein rot-blauer Fieberkurvenstift ist’s, über die Schulter, aber er weiss doch, dass ich ihn enttäuscht habe. Wir sprechen eine halbe Stunde über den Unterschied von Literatur und Leben. Und ich denke nach jedem zweiten Satz: It’s no good, wenn der Wirt besoffener als all’ seine Gäste zusammen ist. Und er sagt «Dass du dich so zierst, bei den Texten, die du schreibst...? » – Er hat seinen schnellen Fick nicht gekriegt, wird Erich am Ende zu mir sagen, kein Wunder, dass es so rausgekommen ist. Ausser den üblichen Spuntengästen ist niemand gekommen, die paar Leute, die wir mitgebracht haben, mal ausgenommen. Erich und ich lesen dann lauter Texte über Ausbeutung, sexuelle Gewalt und alte Nazis. Ohne Pause, eine Stunde lang, untermalt von den auf- und abwogenden Kneipengeräuschen. Vor uns, direkt vor uns, wie ein Fels im Lärmmeer, Kurt, einsamer Zuhörer und Rufer. Zu Beginn, als in einer Geschichte zwei Jungen im hohen Gras verschwinden, noch ein letztes Mal mit glänzenden Augen, dann dumpfer und dumpfer werdend, bis auch er in die Trinkergemeinschaft zurückfliesst. Wäre dies hier ein Saloon im Wilden Westen, würde jetzt gut und gerne eine Schlägerei losgehen. Wir haben den strategisch günstigen Platz neben der Tür, warten und gehen – langsam – vergessen – so glauben wir. Als wir endlich aufstehen, kommt schüchtern der Kellner – er ist ein netter Kerl, Underdog, er kann ja nichts dafür – und will noch 6 Franken 80 für die zwei Mineralwasser. Poetry – that’s what it’s worth.

Abgedruckt in: «Schnell gehen auf Schnee», Stadtgeschichten. Rotpunktverlag 1998

3
Feb
2009

Keep a Clean Nose

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Dylan überlässt Pepsi sein «Forever Young» für einen Werbespot und lässt damit endlich seine und John Lennons Coke-Vergangenheit hinter sich (Beachten Sie Johns Nase an der Coca-Cola-Flasche). Aufgearbeitet hat Dylan sein Leben im neuen Konzeptalbum «Keep a Clean Nose»* – es soll laut «Columbia Records» endlich wieder mal punkmässig krachen.

*«Keep a Clean Nose» ist ein Zitat aus «Subterrenean Homesick Blues»

25
Okt
2008

Aus aktuellem Anlass

uppPropethic Words! Black Sabath in 1970 (Hand of Doom). We warmly recommend Ozzi to both the Nobel-price for literature *AND* economics!

7
Aug
2008

Kafka... mit Tieren, die Fellatio üben...

Heute Morgen um Sechs bei der Lektüre meines Leibblattes... NZZ vom 7.8.08 ... musste ich Erschütterndes zur Kenntnis nehmen... Ungläubig fragen wir: Kafka ein Pornografie-Konsument? Und das sogar im Zeitalter vor dem Web 2.0...? Wird Alice Schwarzer im "Spiegel" oder der "Emma" das Urteil sprechen? Ich für meinen Teil begebe mich wieder in unruhige Träume, aus denen ich weissgottalswas erwachen werde.

3
Jul
2008

Die Dame möchte telefonieren

Mit meinen beiden Kindern in der Gartenbeiz auf das Essen wartend - es ist ein noch heisser Sommerabend, zwei Sirup, ein Mineralwasser, später vielleicht noch ein Bier und noch zwei Sirup, ein Salat, Pasta ohne Sauce - die Kinder lieb, etwas müde, ich sehr müde. Wir unterhalten uns über die mitgebrachten Spielzeug-Lokomotiven, die Kinder (2 und 5) sind immer so artig im Ausgang...

Da dreht sich am Nebentisch ein Schrank von Mann um, sieht mich an und weist mich zurecht. Ich solle gefälligst etwas "leiser sprechen", die Dame ihm gegenüber "möchte telefonieren." - Mit runtergefallenem Kinnladen schweige ich vielleicht zehn Sekunden, finde dann meine Fassung wieder. Ich bin bestimmt und (fast) höflich: "Aber hallo? Wo sind wir denn? Früher hat man sich diskret zurückgezogen mit dem Telefon."

Werweissen Sie, liebe Leser, über die Fortsetzung der leider wahren Geschichte.
Night of the living dead

lieber epper als niemert

Betrachtungen. Manchmal Urteile.

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Meine Kommentare

Kafkas Reisetagebuch,...
Kafkas Reisetagebuch, Paris, 11. September 1911. «Auf...
noemix - 4. Nov, 11:44
Merci beaucoup! A suivre...
Merci beaucoup! A suivre ici: https://epper.twoday.net/st ories/1022422362/
Epper - 23. Apr, 18:51
Bis vor kurzem war ich...
Bis vor kurzem war ich der festen Überzeugung, dieser...
froggblog - 2. Apr, 17:34
en printemps…
Lieber nicht leben wie der Panther. Diese pathetische...
froggblog - 14. Okt, 20:39

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